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Alles, was Sie über Gasheizungen wissen müssen: Kosten, Installation und Vor- & Nachteile

Jeder, der den Bau eines Hauses plant, muss sich zwangsläufig Gedanken über die Heizungsanlage machen. Allerdings sollten auch die, die bereits im Eigenheim leben oder Besitzer einer vermieteten Immobilie sind, sich ab und zu mit dem Thema Heizung beschäftigen. Denn spätestens, wenn die eigene Anlage schon einige Jahre auf dem Buckel hat, kann eine Heizungsmodernisierung sinnvoll sein. Alte Heizungen arbeiten unter Umständen nicht effizient, sodass Sie vielleicht Jahr für Jahr mehr Heizkosten bezahlen als eigentlich nötig. Da lohnt es sich, über die Neuanschaffung einer neuen Heizungsanlage nachzudenken. Wer das tut, hat die Qual der Wahl zwischen den unterschiedlichsten Systemen. Wer mit der Installation einer Gasheizung liebäugelt, sollte sich diesen Beitrag sehr genau durchlesen, in dem wir alles Wissenswerte zu diesem Thema zusammengetragen haben:

Wie funktioniert eine Gasheizung?

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Video: Wie funktioniert Brennwerttechnik?

Das Prinzip der Gasheizung ist denkbar einfach: Gas wird verbrannt, mit der entstandenen Hitze wird Wasser im Heizkessel erwärmt, welches über einen Rohrkreislauf die Heizkörper im Haus erwärmt. Diese geben die Hitze in den Raum ab. Das Wasser kühlt beim Lauf durch den Heizkörper ab, fliesst zurück in den Heizkessel, wo es erneut erhitzt wird.

Dieses grundlegende Prinzip hat sich seit der ersten Gasheizung fast nicht verändert – wobei die Betonung auf «fast» liegt. Denn Mitte der 1980er Jahre hat eine sehr schlaue Technologie die Effizienz von Heizungsanlagen entscheidend verbessert: Die Brennwerttechnik

Die Brennwerttechnik macht sich den Effekt zunutze, dass ja auch das beim Verbrennungsprozess entstehende Abgas Wärme transportiert. Dadurch arbeiten Heizungen mit Brennwerttechnik bis zu 20 % effizienter als alte Anlagen. Für Sie als Besitzer einer älteren Gasheizung bedeutet das: Prüfen Sie unbedingt, ob Ihre Anlage mit Brennwerttechnik ausgerüstet ist. Ist das nicht der Fall, so könnte ein Austausch der Heizungsanlage Ihnen trotz der Investition in eine neue Anlage über die niedrigeren Heizkosten mittelfristig eine finanzielle Entlastung bringen.

Die unterschiedlichen Brennstoffe der Gasheizung

Gas als Brennstoff für die Heizung wird in der Schweiz immer beliebter: 1990 war Gas in nur 9,2 % der Haushalte der Hauptenergieträger für die Heizung. Dieser Wert hat sich bis 2017 auf 20,7% gesteigert und somit mehr als verdoppelt – Tendenz weiter zunehmend (Quelle: bfs.admin.ch). Das ist nicht überraschend, denn die Vorteile – gerade im Vergleich mit dem Marktführer Ölheizung – liegen auf der Hand:

  • Hohe Effizienz: Dank Brennwerttechnik schöpft die Gasheizung die Energie des Brennstoffs voll aus und erreicht so hohe Wirkungsgrade.
  • Saubere Verbrennung: Gas verbrennt wesentlich sauberer als Öl und belastet daher die Umwelt weniger.
  • Platzsparend: Der bei Öl übliche Tank im Keller entfällt bei der Erdgas-Heizung; die Gasthermen nehmen wenig Raum und in Anspruch und können – abhängig vom Modell – auch an die Wand gehangen werden.
  • Preiswert: Eine moderne Gasheizung ist in der Anschaffung erstaunlich günstig.

Erdgas vs. Flüssiggas

Sie können eine Gasheizung mit Erdgas oder Flüssiggas betreiben. Beim Erdgas wird Ihre Heizungsanlage über Leitungen aus dem Gasnetz mit Brennstoff versorgt. Sollte es nicht möglich sein, Ihr Haus an das Gasnetz anzuschliessen, bleibt Ihnen noch die Option Flüssiggas. Dazu benötigen Sie dann – ähnlich wie beim Öl – einen Tank; der muss aber nicht im Keller stehen, sondern kann auch unterirdisch im Garten installiert werden.

Einen Überblick zu den Brennstoffen finden Sie in unserem Ratgeber «Heizen mit Gas»

Biogas und erneuerbare Gase

Sie können Ihre Gasheizung auch mit Biogas betreiben. Biogas entsteht bei der Vergärung von Biomasse (zum Beispiel organische Abfälle oder Klärschlamm) und zählt daher zu den regenerativen Energiequellen. Mehr Informationen zum Thema Biogas und erneuerbare Gase finden Sie unter folgendem Link: https://gazenergie.ch/

Im Video von gaz energie wird der Unterschied zwischen Erdgas und erneuerbaren Gasen nochmals deutlich erklärt.

Welche Gasheizungsarten gibt es?

Vor dem Kauf und der Installation einer Gasheizung müssen Sie sich entscheiden, welche Art von Gasbrennwertgerät Sie wünschen, denn es gibt hier prinzipiell zwei Optionen: Zum einen die platzsparende Gaswandheizung (auch Therme genannt) und die grösseren Standheizkessel. Welche Variante für Sie die Richtige ist, hängt von der Grösse Ihres Hauses und dem daraus resultierenden Energiebedarf ab.

Die Gaswandheizung

Vaillant ecoTEC plus

DieGaswandheizung kann – wie der Name schon sagt – platzsparend an der Wand montiert werden, und ist in der Anschaffung vergleichsweise günstig. Alle Gaswandheizungen müssen an den Schornstein angeschlossen werden. Unsere Vaillant Gasgeräte sind raumluftunabhängig, dies bedeutet, dass die Verbrennungsluft von Draussen angezogen wird. Sie benötigen also im Keller kein Fenster, was ständig geöffnet sein muss. Gaswandheizungen arbeiten in der Regel modulierend, das heisst, die Leistung passt sich stufenlos an den Heizbedarf an.

Der Standheizkessel

Vaillant ecoVIT

Der Standheizkessel benötigt Platz; ca. 3 m² sollten Sie für die Platzierung einplanen. Der Vorteil von Standheizkesseln gegenüber den wandhängenden Gasheizungen Thermen ist die höhere Leistung, daher eignet sich diese Variante gut für Mehrfamilienhäuser oder grössere Gewerbeimmobilien. Sie benötigen für einen Standheizkessel zwingend einen Schornsteinanschluss.

Kosten einer Gasheizung

Mithilfe unseres Produkte Navigators können Sie grob die Kosten errechnen für eine Gaswand- oder Gasstandheizung. Der Navigator errechnet aufgrund von wenigen Fragen zu Ihrer Immobilie die Investitionskosten, jährliche Energiekosten und die mögliche CO2 Einsparung.

Da die wandhängenden Gasheizungen leichter zu installieren sind, sind auch die Einbaukosten um einiges niedriger. Im Vergleich zu einer Ölheizung sind Gasheizungen bezüglich Anschaffung und Installation günstiger.

Die laufenden Betriebskosten hängen natürlich sehr stark vom Verbrauch, von der Grösse der zu beheizenden Räume, der Dämmung des Hauses, dem Gasanbieter und noch ein paar weiteren variablen Faktoren ab. Gehen wir mal von einem durchschnittlichen Verbrauch von 20'000 kWh für einen 4-Personen-Haushalt aus und multiplizieren das mit dem durchschnittlichen Preis von 9,5 Rappen pro kWh, dann kostet Sie das Heizen mit der Gasheizung ca. 1'900 CHF im Jahr beziehungsweise knapp 160.- CHF im Monat.

Bezüglich der Wartung ist eine Gasheizung pflegeleichter als eine Ölheizung. Das schlägt sich auch in den geringeren Kosten für die Wartung nieder, für die Sie zwischen 120.- und 200.- CHF veranschlagen müssen.

Förderung einer Gasheizung

Bei der Neuinstallation einer Gasheizung müssen Sie leider auf Fördergelder verzichten: Da es sich bei Gas (mit Ausnahme von Biogas) um einen fossilen Brennstoff handelt, gelten Heizungen dieser Art nicht als förderungswürdig. Die Schweizer Gaswirtschaft stellt zwar Fördermittel für die Produktion und Einspeisung von Biogas ins Gasnetz zur Verfügung, die kommen Ihnen als Verbraucher aber nicht zugute.

Es gibt aber auch gute Nachrichten: Denn wenn Sie Ihre neue Gasheizung mit einem regenerativen Heizungssystem – zum Beispiel einer Wärmepumpe – kombinieren, können Sie deren Förderprogrammen in Anspruch nehmen und viel Geld sparen. Des Weiteren wurde in wenigen Schweizer Kantonen, wie z.B. im Kanton Luzern, Biogas als einer der MuKEn Standardlösungen anerkannt.

Vor- und Nachteile von Gasheizungen

Heizen mit Gas ist eine bewährte und beliebte Methode, die eigenen 4 Wände im Winter warm zu halten. Die Vorteile sind offenkundig: Gasheizungen sind sicher, benötigen wenig Pflege und Wartung und der Anschaffungspreis ist vergleichsweise niedrig. Gas ist aber ein fossiler Brennstoff, dessen Verfügbarkeit endlich ist; das macht auch die Preisentwicklung schwer vorhersehbar, zumal die Schweiz das Gas aus dem Ausland (zum grössten Teil aus der EU, Russland und Norwegen) bezieht.

Wenn es um Umweltschutz und den Ausstoss von Schadstoffen geht, ist die Gasheizung der Ölheizung überlegen, muss sich allerdings bei diesem Aspekt regenerativen System wie zum Beispiel der Wärmepumpe geschlagen geben. Insgesamt ist die Gasheizung ein empfehlenswertes System, dass Sie – wenn Sie über die Neuanschaffung der Heizungsanlage nachdenken – unbedingt in Erwägung ziehen sollten

Planung einer neuen Gasheizung

Wenn Sie sich grundsätzlich für Gas als Energiequelle Ihrer Heizungsanlage entschieden haben, müssen Sie zunächst eine grundsätzliche Entscheidung treffen: Stehender Heizkessel oder wandhängende Gasheizung. Die grundsätzlichen Unterschiede haben wir ja bereits oben näher erläutert. Ihre Entscheidung für das eine und gegen das andere System sollten Sie von Ihrer Immobilie abhängig machen. Dieser hängt von mehreren Faktoren ab, zum Beispiel der Grösse des Hauses oder der Wohnung, oder der Isolierung von Fenstern, Wänden, Boden und Dach. Bei der Ermittlung des Wärmebedarf hilft Ihnen gerne Ihr Installationspartner, der Ihnen danach auch eine passende Anlage empfehlen kann. Sie können auch mithilfe unseren Produkte-Selektors den Wärmebedarf sowie die notwendige Leistungsgrösse der Heizung grob errechnen lassen. Zudem werden Ihnen passende Produktempfehlungen vorgeschlagen auf Basis Ihrer Präferenzen.

Auch beim Einbau der neuen Anlage sollten Sie unbedingt mit einem erfahrenen Installateur zusammenarbeiten, damit nachher auch alles reibungslos funktioniert.

Beim Einbau muss zunächst ein passender Ort gefunden werden. Haben Sie sich für einen Standheizkessel entschieden, wird das in aller Regel der Keller sein. Hier müssen Sie dann entsprechend Platz schaffen. Bei einem Gaswandgerät sind Sie bezüglich des Standortes wesentlich flexibler, weil diese sehr viel weniger Platz benötigt.

Grundsätzlich ist eine Gasheizung für jeden Haustyp geeignet, egal ob Einfamilienhaus, Mehrfamilienhaus oder Wohnung. Ob Sie die Heizung in einen Altbau oder einen Neubau installieren wollen, spielt auch keine Rolle. Lediglich wenn es um die Leistung und damit auch um die Entscheidung «Wand oder Stand» geht, sollten Grösse, Art und energetischer Zustand des Gebäudes beachtet werden. Was Sie bei der Heizungssanierung beachten sollten, haben wir hier für Sie zusammengefasst.

Die alte Gasheizung erneuern und ersetzen

Wenn Sie bereits über eine Gasheizung verfügen, lohnt es sich – besonders wenn diese älter ist – über eine Sanierung nachzudenken. Diese bietet sich besonders dann an, wenn Ihre alte Heizung noch nicht über Brennwerttechnik verfügt. Denn dann verbrauchen Sie höchstwahrscheinlich viel zu viel Energie beim Heizen, was Sie bares Geld kostet. Haben Sie sich dafür entschieden, Ihre alte Gasheizung abzuschalten, dann bleiben Ihnen grundsätzlich zwei Optionen: Entweder Sie ersetzen Ihre alte Anlage durch eine moderne Gasheizung mit Brennwerttechnik, oder Sie entscheiden sich gleich für den Umstieg auf regenerative Energien, zum Beispiel mittels einer Wärmepumpe.

Die Gasheizung erneuern

Wenn Ihre alte Gasheizung nicht mehr funktioniert oder aufgrund veralteter Technologie nicht effizient arbeitet, ist es sinnvoll, sie durch eine moderne Gasheizung mit Brennwerttechnik zu ersetzen. Die Kosten für die neue Gasheizung können sich aufgrund des nun sparsameren Verbrauchs schon bald amortisieren.

Ersetzen mit einer anderen Heizungstechnologie

Wenn Sie weg vom Energieträger Gas wollen, müssen Sie sich zunächst für eine alternative Technologie entscheiden. Dabei scheint der Wechsel auf Öl eher weniger sinnvoll zu sein; eine neue Ölheizung ist bezüglich Anschaffung, Installation und Wartung recht teuer; und wenn es um den Schutz der Umwelt geht, würden Sie mit einer Ölheizung einen Schritt in die falsche Richtung gehen. Nicht ohne Grund ist es in einigen Ländern (zum Beispiel bei unseren Nachbarn in Österreich) schon jetzt verboten, neue Ölheizungen zu installieren.

Wenn Sie also Ihre Gasheizung austauschen, dann sollten Sie sich für eine zukunftsweisendere Technik entscheiden. Die Wärmepumpe ist daher sicher eine sehr gute Wahl. Informieren Sie sich über den Wechsel von einer Gasheizung zu einer Wärmepumpe in unserem Referenzobjekt. Die Zahl der Wärmepumpen nimmt in der Schweiz seit dem Jahr 2000 stark zu. Mittlerweile ist fast jedes fünfte Gebäude damit ausgestattet (Quelle: bfs.admin.ch).

Gasheizung sinnvoll kombinieren

Wenn Sie zukünftig umweltbewusster und nachhaltiger heizen wollen, müssen Sie aber nicht komplett auf Ihre Gasheizung verzichten; stattdessen können Sie diese mit anderen Systemen kombinieren:

  • Gasheizung mit Wärmepumpe kombinieren: Gerade die Kombination mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe kann sinnvoll sein, denn diese können nur bei optimaler Wärmedämmung im Winter ein ganzes Haus allein mit Wärme versorgen.
  • Gasheizung mit Warmwasserspeicher kombinieren: Mit einem Warmwasserspeicher sorgen Sie dafür, dass konstanter und an mehreren Stellen (z.B. bei mehreren Badezimmern) warmes Wasser entnommen werden kann.
  • Gasheizung mit Solar kombinieren: Bei der Kombination mit einer Solarthermie können Sie bis zu 50% an Gas sparen. Dazu benötigen Sie Sonnenkollektoren auf dem Dach sowie einen Solarspeicher; denn nur so können Sie die tagsüber gesammelte Sonnenwärme auch abends nutzen.

Wartung und Reparatur einer Gasheizung

Vaillant Kundendienst: 365 Tage im Jahr, 24 Stunden.

Es gibt gute Gründe, eine Gasheizung regelmässig warten zu lassen. Wie bei jedem komplexen technischen Gerät können einzelne Teile mit der Zeit verschleissen; das führt im Schlimmsten Fall zu einem Ausfall der Heizung. Zudem gibt es da noch den Sicherheitsaspekt. Die Kombination aus Gas und Feuer birgt ein gewisses Gefahrenpotenzial. Wenn Sie wirklich sicher gehen wollen, dass hier nichts passiert, sollten Sie Ihre Anlage regelmässig – am besten einmal im Jahr – von einem Vaillant Servicetechniker warten lassen. Am besten schliessen Sie einen Vaillant Wartungsvertrag ab, dann müssen Sie sich um nichts kümmern.

Die Wartung der Gasheizung ist im Vergleich zur Ölheizung weniger aufwändig. Zunächst werden einzelne Teile der Anlage gereinigt; danach prüft der Vaillant Servicetechniker die Elektroden und tauscht sie, wenn nötig, aus. So wird verhindert, dass sich in der Heizung ein entzündliches Gasgemisch ansammelt. Schliesslich wird die Heizungsanlage noch bezüglich der Dichtung gecheckt, denn wenn Gas entweicht kann, das zu Vergiftungen führen.

Wenn die Heizung tatsächlich immer wieder ausgeht oder gar permanent ausfällt, dann sollten Sie als Laie auf keinen Fall selbst an der Anlage herumoperieren; unter Umständen verschlimmern Sie den Zustand und bringen sich vielleicht in Gefahr. Rufen Sie unseren Vaillant Kundendienst an. So können Sie sicher sein, dass Ihre Heizung schnell und kompetent repariert wird.